

Die Gestalt Kaspar Hausers, mit Teilen ihrer Authenzität und davon ausgehenden Interpretationen, bietet nahezu unerschöpflichen Stoff, der immer wieder herausfordert,
unbenannte Aspekte seines Wesens nachzuzeichnen.
Der Text von Katja Behrens geht nicht so sehr den biographischen Daten nach, sondern ist ein Versuch Befindlichkeiten zu ergründen. Befindlichkeiten, die ein menschlicher Organismus auf Grund
extremer Lebensverhältnisse entwickeln konnte und musste. Der Mensch spielt dabei eine Rolle und ab einem bestimmten Zeitpunkt die Pferde. Dieser Tatsache wird die Autorin mit ganz besonderer
Sorgfalt nachgehen.
Werner Herzogs Film "Jeder für sich und Gott gegen alle - Kaspar Hauser" (1974) knüpft hier an, indem er mit einem Bild beginnt, welches Kaspar Hauser mit seinem Pferdeverständnis
befasst zeigt. Dieser Film Herzogs gehört neben "Woyzeck" (1979) und "Aguirre, der Zorn Gottes" (1972) zum besten, was das deutsches Kino in den 70-er Jahren zu bieten hatte.
Diese Veranstaltung findet am 21. Januar 2005 um 20 Uhr im Atelierhaus Vahle, Schumannstrasse 11 in Zusammenarbeit mit der Literaturinitiative Darmstadt e.V. statt.
