
Inge Vahle
29. März 2006:
Wozu lieben? – Fragen an das Paradies
Liebeslieder und Texte
Im Rahmen der Ausstellung „Künstlerpaare“ (12.3. – 1.4.) hat die Galerie C. Klein im Atelierhaus Stephan Krawczyk zu
einem Liederabend am 29.3. um 20 Uhr in die Schumannstrasse 11 eingeladen. Die ausgestellten Werke stammen von den Paaren Inge Vahle – Fritz Vahle, Susanne Esser – Fritz Will, Ute
Rühl – Paul Hermann Gruner, Eva Korn – Norbert Grossmann.
Still Stephan Krawczyk
Es war schon einfacher mit dem Wort- und Liedkünstler Stephan Krawczyk, dem Mann aus Thüringen. Damals schlug die Kraft seiner Worte und Lieder an die schon
bröckelnde Mauer, zuerst von Osten her, nach seiner Abschiebung von Westen. Damals war er zuerst Chansonstar der DDR, danach Held der Bürgerrechtsbewegung, später Stardissident,
Politstar und Medienstar. Nach abgeschiedenen Jahren der inneren Heimatsuche, nach sieben Büchern und diversen Preisen, nach Jahren, in denen Krawczyk als einsamer Zyniker etikettiert wurde, als
ewig-gestriger Bürgerrechtler, als Stimme dessen, was zwar immer noch wahr war, aber nicht mehr dem Zeitgeist des gern Gehörten entsprach, ist er wieder da, auf der Bühne. Er ist
Stephan Krawczyk, immer noch. Und doch anders. Krawczyk ist wie „unplugged“ ohne die bedeutungsschweren und lauten Schlagzeilen von einst. Er ist leiser, weiser, ungeschützter auch,
ohne jedoch den Biss verloren zu haben. Seine Lieder und Texte sind nicht mehr Feuerstürme, sondern glühende und berührende Leuchtfeuer. Seine MundArtLieder sind Ausflüge ins
Verständnis des Einfachen, führen ins Herz der grossen kleinen Dinge, in die kleinen und großen Dramen der Menschen und der Menschheit. Leiten durch die Euphorie der Jugend, das
Dilemma des Daseins und seine Komik, den deutschen Irrgarten der Geschichte, des Intellekts und durch den zur Selbstverständlichkeit gewordenen Wahnsinn zweier wieder vereinigter
Alltagskulturen. Stephan Krawczyk ist bei sich angekommen. Mit einem Lächeln und voller sprachgewaltiger Essenz. Und wie einst mit Gitarre und Bandoneon.
Text: Michael Bahnerth (Abdruck frei!)

Stephan Krawczyk

